Slider_Rettungshund.jpg Foto: BRK Rettungshundestaffel OA
Ausbildung zum RettungshundDie Rettungs-Hunde vom Deutschen Roten Kreuz

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Ausbildung zum Rettungshundeteam

Ausbildungsleitung BRK RHS Oberallgäu

Ulrike Tiebel

u.tiebel(at)brk-oberallgaeu.de

Haubenschloßstr. 12
87435 Kempten

Das Ziel ist klar: Am Ende der Ausbildung sollen Hund und Halter ein einsatzfähiges, nach der gemeinsamen Prüfungsordnung der Hilfsorganisationen geprüftes Rettungshundeteam bilden, um vermisste oder Verschüttete Personen zu finden und sanitätsdienstlich zu versorgen.

Der Hund darf sich bei seinem Einsatz weder durch Umwelteinflüsse, wie unangenehmes Wetter, Lärm, unsicheren Boden, noch von Reizen, wie z.B. durch andere Hunde, Wild oder Fressbares, von der Suche ablenken lassen.

Bevor mit der Ausbildung begonnen werden kann, muss erst der sogenannte Eignungstest bestanden werden, hier werden geprüft:  

  • Ein zuverlässig entwickeltes Sozialverhalten sowohl innerartlich als auch gegenüber von Menschen.
  • Ein sicheres Umweltverhalten, d.h. aggressionsfrei bei plötzlichen optischen und akustischen Reizen, sowie bei Feuer und Rauch
  • Ein starkes, für die Motivationsarbeit nutzbares Triebverhalten und Lernfreude
  • Ein unbefangenes und unerschrockenes Begehen von Geräten und unsicheren Untergründen

Während der folgenden etwa zwei- bis dreijährigen Ausbildung lernen Mensch und Hund gemeinsam, wobei in erster Linie der Hundeführer ausgebildet wird. Der Hund reagiert gemäß seiner Natur und lernt gemeinsam mit seinem Hundeführer dieses natürliche Verhalten auf unsere gewünschten Ziele anzuwenden.

     

Die gestellten Anforderungen an den Hundeführer sind hoch. Er muss lernen, mit seinem Hund zu kommunizieren, also seinem Hund mitzuteilen, was er von ihm möchte und auch zu verstehen, was sein Hund ihm mitteilt. Hier sind nicht so sehr die Lautsprache und harte Kommandos gefragt, als vielmehr eine gute kontrollierte und sensible Körpersprache, denn auf sie reagiert der Hund - nicht unbedingt auf das Kommando. An dieser Art der Teamfähigkeit arbeiten wir gemeinsam und wahren Hundefreunden wird es große Freude bereiten.

Der Hundeführer muss in diesen zwei  bis drei Jahren eine sogenannte Grund- und Fachdienstausbildung durchlaufen, welche folgende Teilfortbildungen beinhaltet:

  • Sanitätsdienst bzw. Helferausbildung nach Ausführungsbestimmungen der Organisationen
  • Erste Hilfe am Hund
  • Kynologie
  • Orientierungs- und Kartenarbeit
  • Trümmerkunde (nur bei Trümmersuche)
  • Organisation und Einsatztaktik des Rettungshundeteam-Einsatzes je nach Prüfungssparte, insbesondere Lagebeurteilung
  • Verhaltensgrundsätze beim Transport von Hunden
  • Unfallverhütung / Sicherheit im Einsatz
  • Sprechfunk

Die Ausbildung der Rettungshunde ist in 4 Sparten untergliedert:
Flächensuche, Trümmersuche, Mantrailing und Wassersuche.

Die Flächensuche ist die Basis der Rettungshundearbeit im BRK. Es wird nach Menschen, die aufgrund verschiedener Gründe vermisst werden, gesucht. Neben vermissten Kindern oder verwirrten Menschen gehören auch Mitbürger, die mit suizidalen Absichten verschwunden sind zu den Aufgabengebieten der Flächensuche. Hierbei ist es unsere Aufgabe in unwegsamen Gelände oder großen Waldflächen zu suchen und die vermissten Personen sanitätsdienstlich zu versorgen. Die Hunde sind dabei so ausgebildet, dass sie unter der Leitung ihres Hundeführers ein Gelände auf menschliche Witterung hin durchstöbern. Von den Hunden wird jede Person im Suchgebiet angezeigt.
 
Die Arbeit mit dem Trümmersuchhund kann in vielen Beziehungen als einer der schwierigsten Rettungshundearbeiten angesehen werden. In keiner anderen Sparte wird das Team Hundeführer und Hund mit so unterschiedlichen Problemen konfrontiert. Der Katastrophensuchhund muss die menschliche Witterung aus einer Vielzahl anderer Gerüche herausfiltern. Die Verschütteten, die er finden muss, sind oft unter meterdicken Trümmerschichten begraben und es ist keine Kontaktaufnahme zu den Personen möglich. Staub und Verwesungsgeruch erschwert nicht nur der Hundenase die Arbeit.
Hier rutscht ein Mauerstück ab, dort fängt der Untergrund das Beben an....
Ausbildungsziel eines Trümmersuchhundes ist es auch unter den widrigsten Umständen intensiv zu suchen, ohne sich ablenken zu lassen. Wird ein Hund auf dem Trümmerfeld fündig, zeigt er dies durch Verbellen an der Fundstelle an.
Das Bayerische Rote Kreuz stellt in Deutschland neben den Landesverbänden Nordrhein und Hamburg ein Auslandseinsatzteam für die Trümmersuche, eine sogenannte ERU (Emergency Response Unit). Einsätze in ausländischen Katastrophengebieten erfordern eine hohe Belastbarkeit von Hund und Führer.
Bei solchen Katastrophen ist es keine Seltenheit, dass ein Team 48 Stunden nonstop im Einsatz ist.
 
Mantrailing/Personenspürhund ist eine Individualgeruchssuche, die bei der Suche nach vermissten Menschen, bei denen ein letzter Sichtungspunkt bekannt ist und Geruchsträger zur Verfügung stehen. Beim Mantrailing suchen die Spürhunde eine bestimmte, individuelle Person anhand eines Geruchsträgers (z.B. ein Kleiderstück). Die Personenspürhunde sind in der Lage den Trail (gelaufener Weg der vermissten Person) auch noch nach mehreren Tagen und über mehrere Kilometer zu verfolgen. Oft werden die Mantrailer in Einsatzlagen als erstes eingesetzt um eine Hinwendungsrichtung der/des Vermissten herauszufinden oder im Besten Fall bis zu seinem Auffindeort zu verfolgen. Oft wird diese Sparte der Rettungshundearbeit mit der Flächensuche kombiniert, der Personenspürhund gibt eine Richtung vor, welche die vermisste Person zuletzt gegangen war, gibt es in dieser Richtung Hinweise auf große abzusuchende Gebiete, werden dort großflächig die Flächensuchhunde eingesetzt.
 
Die Wassersuche wird beim Bayerischen Roten Kreuz nicht zum eigentlichen Retten von Menschen in Gewässern eingesetzt, sondern hilft den Angehörigen Gewissheit über den Verbleib zu bekommen.
Mehr Infos finden Sie unter: http://www.rescue-dogs.de